
Rollenspiel begleitet mich seit vielen, vielen Jahren. Wenn ich mir meinen Werdegang rückblickend ansehe, dann sehe ich vor allem Geschichten. Geschichten, die gemeinsam mit Freunden entstanden sind und an die ich mich meistens gerne auch Jahrzehnte später noch erinnere.
Genau darum geht es bei Der Rollenspieler.
Dieser Podcast ist nicht aus dem Wunsch entstanden, Regeln zu erklären oder einfach einfach die nächste Produktvorstellung zu liefern. Er ist aus meiner Überzeugung heraus entstanden, dass Rollenspiel viel mehr ist als das, was zwischen einem Würfelwurf und einer Charakterentwicklung passiert. Es sind die Menschen, die Momente und die Erlebnisse, die dieses Hobby prägen.
Meine ersten Schritte in fremde Welten
Meine eigene Reise begann Ende der 1980er Jahre. Wie bei vielen anderen auch, kam ich über einen dritten zum Hobby. In meinem Fall war es mein Onkel der damals die zweite Edition von Das Schwarze Auge spielte. Das Hobby Rollenspiel war damals noch neu und für viele Menschen noch unbekannt. Und, ich glaube dass zog mich damals an. Es war etwas neues. Etwas das ich in dieser Form noch nicht kannte. Also spielte ich mit und aus diesen ersten Erfahrungen am Spieltisch wurde schnell mehr. Neue Systeme, neue Welten und neue Spielgruppen kamen dazu.
Über die Jahre habe ich viele unterschiedliche Facetten des Hobbys kennengelernt. Pen & Paper war dabei immer der Mittelpunkt, aber der Blick ging auch darüber hinaus. Tabletop-Systeme wie Warhammer und Sammelkartenspiele wie Magic: The Gathering gehörten ebenfalls zu dieser Zeit und zeigten mir, dass gemeinsames Erzählen, Taktik und fantastische Welten viele verschiedene Formen annehmen können. Die schauspielerischen Anteile unseres Hobbys lebte ich Jahre später im Vampire Live aus. Dort lernte ich dann noch einmal eine andere Seite des Hobbys kennen. Nicht nur das Erzählen von Geschichten, sondern für einen Moment selbst mit Haut und Haaren Teil dieser Geschichte zu sein.
Vom Spieltisch ins Internet
Mit der Entwicklung des Internets veränderte sich auch die Art, wie Rollenspieler miteinander in Kontakt kamen. Foren, eigene Webseiten und Online-Communities wurden zu neuen Treffpunkten. Mit der inzwischen nicht mehr existierenden Webseite rpg-h-online.de entstand eine eigene Plattform rund um das Hobby und die Möglichkeit, Inhalte mit anderen Rollenspielern zu teilen.
Ab ans Mikrofon
Auch Audio wurde irgendwann ein wichtiger Teil meines Weges. Über das Webradio Radio Devil entstand die Möglichkeit, mich am Mikrofon zu versuchen und die Hörer:innen zu unterhalten. Doch auch hier zog bald meine kreative Ader ein und so hatte ich die Möglichkeit dort ein „Live“ Radiohörspiel erstellen und senden zu können. Das Ergebnis Der Düsseldorfer Schlossturm ist auf AUDIYOU auch heute noch abrufbar.
Aus dieser Erfahrung entwickelte sich kurz später die Webseite Projekt-W. I. R. E. L. E. S. S. – der Versuch, diese Hörspielidee weiterzuführen und eigene Audioformate zu erschaffen. Aber wie so oft bei kreativen Projekten gab es Zeiten voller Ideen und Möglichkeiten, aber auch Momente, in denen andere Dinge wichtiger wurden. Und so gibt es zwar einige Rohaufnahmen zu weiteren Folgen, aber das ganze ist leider nie fertig gestellt worden. Ein Umstand der Jahre später noch wichtig werden wird.
Eigene Welten erschaffen
Ein weiterer, wichtiger Schritt folgte mit Survive the Undead. Gemeinsam mit Bastian, einen engen und langen Wegbegleiter, entstand ein eigenes Pen & Paper Rollenspielprojekt. Dabei ging es nicht nur darum, ein Regelwerk zu schreiben, sondern eine eigene Welt und eine eigene Spielidee zu entwickeln. Es war eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie viel Arbeit, Leidenschaft und Herzblut in einem eigenen Rollenspiel steckt. Wir haben damals da viel Zeit hineingesteckt, aber den Aufwand unterschätzt den es am Ende braucht um so etwas fertig umzusetzen.
Die Arbeiten daran verliefen irgendwann leider im Sand, aber der Fokus veränderte sich für mich in dieser Zeit. Ich heiratete meine wunderschöne Frau und bald waren wir zu dritt. Meine Tochter verschob meinen Fokus erst einmal von Fantastischen Welten hin zu einer ganz realen und sehr viel wichtigeren Geschichte: unsere kleine Familie.
Trotzdem konnte ich die Phantastik nicht ganz abschütteln.
2015 schrieb ich die Kurzgeschichte Maximilian von Homburg – Der Hauch des Todes, für die Steampunk-Anthologie Die Steampunk-Chroniken 2 – Mechanische Geister, Herausgegeben von Stefan Holzhauer. Diese Anthologie gewann dann auch den Skoutz Award in der Kategorie Science Fiction. Wieder war es eine andere Form des geschichtenerzählens: Dieses mal nicht am Spieltisch, im Hörspiel oder als Figur im Vampire Live, sondern ganz klassisch als Autor auf Papier.
Meine Tochter wuchs heran und meine Frau und ich fanden wieder Zeit um uns wieder unserem gemeinsamen Pen & Paper Hobby widmen zu können. Und so begannen wir unseren Weg in die große Borbarad Kampagne, oder G7 Kampagne, welche auch einen zentralen Punkt in vielen Folgen des Podcasts einnimmt.
Warum es heute Der Rollenspieler gibt
Aber so weit war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst einmal kam Mitte 2024 die Idee auf Projekt-W. I. R. E. L. E. S. S. in Form eines Musikpodcasts wieder zu beleben. Die Idee war zwar da und auch ein paar Testaufnahmen habe ich in der Folgezeit gemacht, aber es wurde in meinen Augen nicht rund und so blieb es bei der Idee.
Aber genau dieser Umweg war offenbar nötig. Denn jetzt hatte ich das Medium Podcast schon einmal ausprobiert. Und ich gebe zu, die Idee gefiel mir. Nur war offenbar das Thema das falsche.
Warum sollte ich nicht über Themen sprechen die seit über 30 Jahren Teil meines Lebens sind? Warum nicht über die Geschichten sprechen die ich erlebt habe. Warum nicht genau darüber sprechen was unser Hobby, egal in welcher Inkarnation erlebt, ausmacht.
Über Erinnerungen. Über besondere Momente. Und natürlich auch über Fehler, aus denen ich, so hoffe ich zumindest, gelernt habe.
Über die verschiedenen Gruppen und über die Abenteuer, die nach all den Jahren noch im Gedächtnis geblieben sind.
Aus diesen Ideen entstand Der Rollenspieler.
Ein Podcast über Erlebnisse und Erfahrungen aus über 30 Jahren Rollenspiel.
Heute ist Der Rollenspieler für mich die Verbindung all dieser Erfahrungen. Hier geht es nicht darum, das Hobby zu erklären, sondern die Geschichten dahinter sichtbar zu machen. Das Schlaglicht auf diese kleinen Momente zu lenken die uns geprägt haben und die Erlebnisse die wir noch Jahre später im Kopf haben. Ich möchte darüber sprechen warum das so ist und wie wir alle diese Momente am Spieltisch einfangen und gemeinsam erleben können.